Obwohl schon vor dem Anwurf klar war, dass die HG Saarlouis den Klassenerhalt erreicht hat und der THSV aufsteigt, wollten die Eisenacher nichts von „Austrudeln“ hören, sondern Platz zwei behaupten.
Sechs der den ThSV verlassenden Spieler (Lilienfelds, Gorobtschuk, Jaanimaa,Elisson, Jonsson und Forstbauer) streiften sich in der Stadtgartenhalle Saarlouis gestern letztmalig das Trikot des Traditionsvereins von der Wartburg über. Sein Debüt im Eisenacher Zweitligakader feierte der 17-jährige Felix Krüger, der mit Gorobtschuk das Torhütertandem bildete.Linksaußen Elisson stockte mit neun Treffern seine Saisonausbeute auf 279 Tore auf und wurde anschließend von An-dreas Thiel mit der Torjägerkrone geehrt. Die rund 150 Eisenacher Fans, die mit ins Saarland gereist waren, zogen mit dem auf Bjarki Elissonumgetexteten Pippi-Langstrumpf-Lied in die Halle ein – und konnten schon seinen Nachfolger in Augenschein nehmen. Dirk Holzner, aus Saarlouis nach Thüringenwechselnd und auch einer der besten Torjäger der Liga, wurde von den Eisenacher Fans ebenso lautstark begrüßt.Bei der HG Saarlouis, die gerade die Trennung von ihrem Trainer Goran Suton (seit 2011 im Amt) bekannt gegeben hatte, wirkte der Ex-Eisenacher Danijel Grgic mit. Der 38-jährige Mittelmann, inzwischen A-Jugend-Trainer, war im Kampf um den Ligaverbleib reaktiviert worden. Der ist zwar inzwischen gesichert, „doch gegen Eisenach bin ich natürlich nochmals gern dabei und hoch motiviert“, erklärte Grgic vor dem Anpfiff.Eisenach startete mit dem Selbstbewusstsein eines Aufsteigers, stand kompakt in der Abwehr, mit einem ganz starken Gorobtschuk im Tor und wirbelte die Abwehr der Hausherren mit temporeichem, druckvollem und präzise abgeschlossenem Angriffsspiel durcheinander.Doch Mitte der ersten Halbzeit wurde der ThSV nachlässiger, unkonzentrierter und leistete sich mehrere Ballverluste. Die Hausherren sagten danke: aus dem 5:11 (17.) wurde ein 12:13 (25.) Treffer fielen auf beiden Seiten wie reife Früchte.Die Saarländer lieferten den Eisenachern nun einen beherzten Fight. Dener Jaanimaa wuchtete zum 21:24 ein (41.). Doch die Gastgeber blieben dran. Fünf Minuten später glich die HG zum 26:26 aus.Dann war es einmal mehr Aivis Jurdzs, der, an den Ketten zerrend, die Richtung vorgab. Treffer von Branimir Koloper und Jan Forstbauer – er versenkte im Schlussgang fünf Bälle – führten zum 26:31 (51). Dann Riesenbeifall für Gorobtschuk, der seinen 20. Ball parierte! Der Schlusspfiff ging im Riesenjubel der Eisenacher unter. Beim 31:33 ertönte die Sirene.Eisenach behauptete Platz zwei.